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die reportage aus: DIE RHEINPFALZ Pfälzische
Volkszeitung Nr. 88
Quer durch die Stadt mit Tannenberg
„Kriminelle Stadtrundfahrt" mit dem Autor Bernd Franzinger
und seinem Kommissar
Von unserer Mitarbeiterin Heidelore Kruse
Zehn Lauterer am Samstagnachmittag auf den Spuren von Kriminalhauptkommissar
Tannenberg, seines Zeichens Chefermittler im Lauterer K1. Mit von der Partie
kreuz und quer durch die Barbarossastadt ist Bernd Franzinger,
Krimi-Autor aus Mölschbach und gemäß eigenem Anspruch „Urheber eines
drastischen Kriminalitätsanstiegs in der Stadt".
„Kriminelle Stadtrundfahrt - auf Tannenbergs Spuren" führt mit dem Bus
zu den Schauplätzen der sechs Fälle, die der kauzige Kommissar bisher schon
aufgeklärt hat. Aus dem siebten Fall - „Jammerhalde" - der vorerst nur als
Druckfahnen existiert, gibt es Kostproben. Die erste hält Franzinger
schon vor der Abfahrt am Pfalztheater parat. In einem Kurzportrait beschreibt
er zunächst seinen Tannenberg mit Familie, Freunden und Marotten und steigt
dann direkt ein in eine Episode, in der der Kommissar - im Pfalztheater - nicht
nur seiner neuen „Flamme", sondern auch einer exklusiven
Kulturveranstaltung nahe zu kommen droht, die ihm überhaupt nicht liegt. Die
Herzdame habe er dem Tannberg auf ausdrücklichen Wunsch seiner weiblichen
Leserschaft zur Seite gestellt, verrät Franzinger an der
Stelle.
Die Fahrt geht durch die Ludwigstraße, vorbei an der Wohnanlage Max und
Moritz, die im jüngsten Tannenberg-Krimi eine Rolle spielt, Richtung PRE-Park.
„Das ist das Interessante an seinen Romanen, dass sie so lokal sind",
schwärmt Peter Groß unterwegs. Er habe bisher alle Tannenberg-Krimis gelesen
und kenne als alter Lautringer natürlich die von Franzinger
beschriebenen Schauplätze, erzählt er. Die „Kriminelle Stadtrundfahrt"
mache ihm aber trotzdem Spaß. Außerdem habe er einen Freund mitgebracht, um ihn
auch für die Bücher zu interessieren.
Auf der kurzen Fahrt zum Friedhofseingang an der Mannheimer Straße und dann
weiter zum PRE-Park plaudert Franzinger in schönstem Pfälzisch
von den ersten kriminellen Energien, die ihn als Schüler in der Nähe seines
Elternhauses im Grübentälchen gepackt hätten. Dass auch der gebürtige Berliner
unter seinen Tourteilnehmern des Pfälzischen mächtig ist, davon hat er sich
durch einen einfachen Test überzeugt. „Mollekepp ist gleich Kaulquappen":
Der Mann kann den schnoddrigen Ausführungen also locker folgen. Obwohl er
später beim Stichwort „Knaudel" dann doch erkennbar schwächelt.
Das UCI-Kino im Blick, macht es sich Franzinger auf einer
Bank im PRE-Park gemütlich, seine Begleiter umstehen ihn gespannt. Er liest -
jetzt auf Hochdeutsch - aus dem „Goldrausch" und entwickelt dabei das
düstere Szenario eines Brandanschlags, der den heimtückischen Mord in einem
Softwareunternehmen enthüllt. „Vom Eselsbachtal schoben sich wabernde Nebelschwaden
dem Polizeifahrzeug entgegen...". Der Bus steht jetzt an der Eselsfürth
mit Blick auf den Steinbruch. Ein Schwerkrimineller hat sich dort verschanzt;
der Kommissar schleicht sich an.
„Das macht Spaß, echt Klasse, vor allem, wie er die Eigenheiten der Pfälzer
beschreibt", loben die Krimifans, jetzt schon wieder unterwegs zur
Pfalzgalerie, wo Franzinger in einem anderen Fall „das
Ofenrohr und den roten Zahnstocher" hochgehen lässt. Beim Vorbeifahren
rückt das Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde ins Visier. „Im
neuen Buch ist ein Historiker das Opfer", kündigt der Autor lässig an.
Für Werner und Edda Puhlmann mit Enkel Philip und Onkel Fritz Kuby ist die
Tour ein Geschenk der Tochter. „Die Stadtrundfahrt ist eine echt gute
Idee", lobt Puhlmann, dabei kriege man ganz viel mit. So geht es zum
Schluss von der übel zugerichteten Leiche auf dem Museumsvorplatz quer über den
aufgemalten Kreisel in der Morlauterer Straße zum Kaiserberg, wo „die Nacht
gerade begonnen hat, ihr diamantbesetztes dunkles Schlafgewand
überzustreifen" und der Kommissar in seinem ersten Fall ordentlich ins
Grübeln kommt. „Das war echt gut, selbst wenn man die Bücher schon gelesen
hat", lobt ein Ehepaar beim Aussteigen.
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