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Tatort-Wanderung zur Jammerhalde


Die Rheinpfalz schreibt am 1.10.2007:

Schüsse auf der Rott und eine Leiche am „Dooseberg“

Mit Krimiautor Bernd Franzinger zu Tatorten im Wald unterwegs

Von unserer Mitarbeiterin Heidelore Kruse

„...wieder lag hinter dem kleinen Felsen oberhalb des Sandsteinfindlings eine Leiche“: Es die zweite an der „Jammerhalde“, aber bestimmt schon die vierte für diesen Vormittag mit Bernd Franzinger. Der Wald um Kaiserslautern ist nicht mehr der gleiche, seit der Krimiautor ihn mit Leichen pflastert. Jetzt also die „Jammerhalde“ im Wald bei Dansenberg.

Der siebte Band um Hauptkommissar Wolfram Tannenberg spielt an jenem schicksalsträchtigen Ort, an dem im Dreißigjährigen Krieg über 1500 Frauen und Kinder hingemetzelt wurden. 20 begeisterte Krimi-Leser begleiteten den Autor am Samstagmorgen auf seiner ersten Wanderung zum „Tatort“ - einem Gedenkstein, der an jene grausige Tat erinnert.

Vorfreude herrscht am Ausgangspunkt am Gasthof Fröhlich in Dansenberg. „Ich hab’ mir‘s extra verkniffen, das Buch vorher zu lesen“, erzählt ein Frau. Franzinger gibt für alle, die seine Bücher und damit auch den kauzigen Kommissar Tannenberg nicht kennen, vor dem Start eine Einführung. Unter rauschenden Baumwipfeln auf einer Bank am „Dooseberg“ der erste „Showdown“ - der erste Tote. In einer repräsentativen Backsteinvilla auf der Rott sind Schüsse gefallen, drinnen „ein nackter Mann in einer weißen Luxusbadewanne“, von Goldtalern mit Karamellfüllung umspült. Franzinger liest Passagen aus „Goldrausch“, dann geht es weiter zu einer Stelle im Wald, die vom Szenario her einer Situation entspricht, die er in „Wolfsfalle“ entwickelt. Auf einer Bank entwickelt sich ein neuerliches Verbrechen. Der Wald brennt, Tannenberg ist in Schwierigkeiten. „Manches habe ich gar nicht mehr so genau gewusst“, bemerkt einer der Zuhörer und hört gespannt zu.

„Ich hab vor ein paar Monaten noch nicht gewusst, wer Herr Franzinger ist“, bekennt eine Frau, die mit ihrem Mann noch drei weitere Leute zu der Krimi-Wanderung eingeladen hat. Sie sind Anwohner vom Grübentälchen, wo auch Franzinger herstammt - sie sind „Insider“. Sie habe alle Tannenberg- Krimis gelesen und viele der Typen, die darin vorkommen, erkannt, erzählt eine anderer Frau. Auch Rudi Kaufmann ist ein echter Fan - von Krimis im Allgemeinen und Franzinger im Besonderen. Die Schwiegertochter hat ihm die Tour zum Geburtstag geschenkt. „Die Jammerhalde empfing die Besucher in Gestalt eines düsteren, dicht bewaldeten Nordhangs...“, heißt es an der Stelle im neuen Krimi, an der es richtig blutig wird. Auch von einer Transportmaschine ist die Rede, die die Stille durchbricht - sie dröhnt, wie bestellt, genau in diesem Moment über den Köpfen der Zuhörer. Unterstützt von Alfons Fröhlich hat Franzinger an der Jammerhalde, die seinem neuen Buch den Titel gab, eine gruselige Überraschung vorbereitet... Den Zuhörern, amüsiert und kein bisschen ängstlich, macht die Lesung auf dem Waldweg Spaß. Zumal Fröhlich ihnen zur Nervenstärkung Brezeln und etwas zum Trinken hingestellt hat. Danach geht’s weiter, dem geheimnisvollen Täter auf der Spur - zum Erbseneintopf beim Abschluss im Gasthaus.

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